Soul - Seele



Den Begriff "Seele" möchte ich so definieren, dass sie jener innere, unzerstörbare Anteil von uns ist, der immer mit dem großen Ganzen verbunden ist.
Ich selbst habe über meine buddhistischen Studien und die Meditation viele Zusammenhänge verstehen gelernt, wie wir in unserer Welt existieren. Dabei habe ich auch in ein tieferes Verständnis von dem sprirituellen Herz anderer Religionen entwickeln können. Der Dalai Lama sagte: "Das Herz aller Religionen ist eins."
Die wesentliche Botschaft ist überall die Liebe. Liebe so viel du kannst, es ist sicher.
Liebe, tiefer Friede, Mitgefühl und die Tatsache, dass wir alle miteinander verbunden sind.
Wir befinden uns in einem immerwährenden Prozess der Veränderung. Unsere Handlungen, unsere Bedürfnisse und unsere Gefühle werden sich mit Sicherheit verändern. Wir fühlen uns heute nicht mehr so wie vor zwei Jahren, nicht einmal mehr so wie gestern.

In der Quantenmechanik weiß man heute, dass die Grundlage unserer Existenz die sich ständig verändernde, alles miteinander verbindende Matrix von Energie ist. Genau wie es im Buddhismus schon seit Jahrtausenden bekannt ist.


 
Buddha Padmasambhava

 
  Wenn wir sehr verhaftet sind, sehr verängstigt und verstrickt in unsere Gedanken und Gefühle, ziehen wir uns zusammen und nehmen die Welt als Masse, als Materie wahr. Wir fühlen uns wie eine Sache, unveränderlich, selbst wenn wir noch so sehr versuchen, uns zu verändern. Und unsere Probleme gleichen unverrückbaren, soliden Gebirgen, die sich niemals aus dem Weg räumen lassen.

Wenn wir uns wieder mehr Raum geben - so wie unsere atomare Wirklichkeit zeigt, dass ein Atom zu 99,9999999% aus leerem Raum besteht - spüren wir wieder unsere veränderliche Qualität. Wir spüren die andere Ebene unserer atomaren Realität, nämlich die Qualität von Schwingung, Welle, Energie und Raum. Verändern können wir nur unser eigenes Schwingungsniveau.

Wir werden immer mit allen menschlichen Gefühlen konfrontiert - Trauer, Wut, Eifersucht, Neid, Angst, aber auch Verliebtheit, Freude und Begeisterung. Wir werden auch immer wieder in Situationen geraten, die schwierig für uns sein mögen. Besonders für die HSP ist das eine oft überwältigende Herausforderung, weil sie immer wieder in größte Anspannung gerät.
Aber die HSP ist auch in der Lage, mit ihrer klaren Intuition sich diese Veränderlichkeit bewusst zu machen und auch darauf zu vertrauen, dass genau diese Veränderlichkeit uns hilft, schwierige Situationen zu meistern. Wir begreifen, dass diese nicht ewig andauern und entspannen uns, so gut es gerade geht. Wir geben der Situation, uns, den Gefühlen, den Anderen mehr Raum und finden uns immer wieder in unserem Körper ein.


Für die hochsensible Person ist es besonders wichtig, sich anzubinden und zu vertrauen. Der empfindliche, empfängliche Körper und die Ahnung, dass die Welt weit mehr ist, als die Schulweisheit uns glauben machen will, bilden einen anderen Lebenshintergrund, als die gefühlte "Sicherheit" der 80% nicht-HSP. Wohin nehmen wir Zuflucht?

Vertrauen wir unserem eigenen Geist - vertrauen wir der Natur unseres Geistes. Unserer Buddha-Natur. Oder nennen wir es Vertrauen finden in den göttlichen Teil von uns. Alle Wesen haben die gleiche innere Essenz. Alle Wesen wollen glücklich sein. Man kann es sich vielleicht wie bei einem Hologramm vorstellen. In jedem kleinsten Fragment des Hologramms spiegelt sich das Ganze wieder. Auf subatomarer Ebene existieren wir im sogenannten Quantenfeld, wo alle Teilchen des Universums miteinander verbunden sind. Das spirituelle Herz ist eben auch in der modernen Wissenschaft zu finden.

Wir sind ein Teil des Quantenfeldes. Was wir tun und denken, wirkt sich auf alle anderen aus und umgekehrt. Wenn wir also glücklich sein wollen, funktioniert das nur, wenn wir uns und die Menschen um uns herum liebevoll und tolerant behandeln.
Wie kann man sich dieser inneren Weisheit annähern? Wie können wir spüren, wie sehr wir geliebt werden? Wie können wir erkennen, wie einzigartig und wichtig unser Platz ist im Gewebe dieser Welt?

Für viele HSP ist eine spirituelle oder kontemplative, religiöse Praxis sehr wichtig und auch notwendig. Unter anderem auch, um die vielen seltsamen Erlebnisse einordnen zu können. Es gibt Phänomene wie Hellfühligkeit: Oft spüren wir genau, wie es dem Anderen geht - manchmal sogar über größere Entfernungen. Es gibt Hellsichtigkeit: Es kommt vor, dass wir ein zukünftiges Ereignis im Voraus sehen, spüren, oder träumen.

Es gibt so viele unerklärliche "Zufälle", die uns manchmal selbst erschrecken, oder unsere Mitmenschen erschrecken sich vor unserem intuitiven Wissen. Wir brauchen einen größeren Bezugsrahmen, um diese Phänomene mit einbeziehen zu können.

Hinzu kommt, dass die hochsensiblen Menschen natürlicherweise sehr viel Mitgefühl haben. Oft sind sie überwältigt von Nachrichten über Krieg und Hunger. Das zeugt von einer speziellen Nähe zu der Liebe und dem Mitgefühl. Wir können diese Liebe vertiefen.

Ich lade Sie ein, zu meditieren. Es ist viel einfacher als gedacht.
Wir haben im Grunde alle schon Erfahrungen von großer Offenheit und Präsenz gemacht. Vielleicht in unserer Kindheit. Oder in einem Moment der Verliebtheit, in dem plötzlich unser Herz so weit und offen und liebevoll war, dass wir die ganze Welt umarmen wollten.


Wenn Liebe und Vertrauen unsere wahre Natur ist, dann ist sie auch für uns erfahrbar.

Im offenen Gewahrsein der Meditation lernen wir, unseren Geist in seinem natürlichen Zustand zur Ruhe kommen zu lassen. Wenn wir nicht eingreifen in unsere Gedanken oder Gefühle, wenn wir sie weder wegschieben, weil sie uns nicht gefallen, noch herbeizerren, weil wir einen bestimmten Zustand erreichen wollen, sondern lernen, sie ziehen zu lassen wie Wolken am Himmel, dann enthüllt sich unsere himmelsgleiche Natur.